Wohngemeinschaft Tettau 

"Leben in der alten Wasserburg"

Unsere Zielgruppe

Unsere ambulant betreute Wohngemeinschaft ist für maximal 12 Mieter(innen) vorgesehen. In dieser Größenordnung bleibt der Kreis der Mieter(innen) überschaubar und familiär, so soll ein Leben im normalen Miteinander stattfinden. Entscheidend für ein „normales“ Zusammenleben ist die gemeinsame Gestaltung des Alltags, d.h. in familiärer Gemeinschaft Essen vor- und nachzubereiten, Hobbys auszuüben, hauswirtschaftliche Aufgaben auszuführen und zur Ruhe zu kommen. Eine gruppendynamische Entwicklung auf einer freundschaftlichen, familiären Ebene unter den Mieter(innen) wäre also optimal, da sich durch gegenseitige Hilfsbereitschaft und gemeinsamen Zeitvertreib viele Dinge besser und leichter ausführen lassen.

 

Die ambulant betreute Wohngemeinschaft richtet sich primär an einheimische und ansässige Senioren mit (erheblichen) Beeinträchtigungen ihrer Alltagskompetenz, d.h. für Menschen, bei 

denen ein täglicher Beaufsichtigungs- und Betreuungsbedarf besteht, dessen Ausprägung sich 

unterschiedlich darstellen kann, denn bei bestimmten Krankheitsbildern (bspw. Demenz) kann 

allerdings, in Abhängigkeit von der Tagesform, temporär eine Beaufsichtigung ausreichen oder aber eine intensive pflegerische Betreuung erforderlich sein.

Räumliche Ausstattung 

Die ambulant betreute Wohngemeinschaft befindet sich im Obergeschoß mit den 12 Bewohnerzimmern, diese haben eine durchschnittliche Größe von 22 m².
Die Gemeinschaftsküche und der Gemeinschaftsraum haben große Bodentiefe Fenster mit Blick auf den Teich.
 
Im familiären Gemeinschaftsbereich wird miteinander gekocht, gegessen und gelebt. Durch einen Raumteiler kann der Große Gemeinschaftsraum individuell gestaltet werden, somit können auch Familienfeste gefeiert werden.   
 
Die Wohngemeinschaft ist mit einem hellen Flur verbunden, im hinteren Bereich liegen 10 Zimmer, zum Park hin zwei Zimmer. In jedem Zimmer befindet sich ein eigenes Badezimmer mit Dusche und WC. Über den großräumigen Flurbereich gelangt man in die
 
 
 
Gemeinschaftsküche, in jener die Bewohner mit der Betreuungskraft zusammen ihr Essen zubereiten. Die Küche bietet Platz für eine gemütliche Sitzecke, so dass die Möglichkeit besteht
 
sich dort niederzulassen. Ebenfalls abgehend vom Flurbereich befindet sich der Gemeinschaftsraum, der Platz für einen Tisch sowie eine Sofagarnitur bietet, um dort zu
entspannen, Spiele zu spielen, Zeitung zu lesen, Fernsehen zu schauen oder sich einfach zu unterhalten. Aus dem Gemeinschaftsraum kann man direkt in den Garten blicken.
Anliegend zu den Wohnbereichen befindet sich das Pflegebad, welches ein Vollbad auch für höhere Pflegegrade ermöglicht. 
 
Allgemein gilt, dass:
 
-   zum Einzug in die Wohngemeinschaft, sind alle pflegebedürftigen Senioren berechtigt, die einen Pflegegrad haben 
-   alle Wohnbereichszimmer eine Mindestgröße von 22 m² haben, d.h. ohne Pflegebad, Küche, Gemeinschaftsraum und Flur, nur die reine Zimmerfläche
-   dem Bewohner Rundfunk-, Fernseh-, Telefon- und Internet vorgehalten wird
-   jeder Bewohner seine eigene Nasszelle mit Dusche und WC erhält


 Gremium 

Das Gremium ist die organisiert, strukturierte Form der Selbstbestimmtheit der Mieter(innen) in der Wohngemeinschaft mit der Zielsetzung alle die Wohngemeinschaft betreffenden Entscheidungen zu treffen.
 
Das Gremium der Selbstbestimmung steht unter der Herausforderung , die Bedürfnisse und Wünsche der eigenen Person / des Angehörigen,  aber auch die Interessen aller Mitbewohnerinnen und Mitbewohner in den Blick zu nehmen und die gemeinsame Verantwortung für die ganze Wohngemeinschaft zu übernehmen.
 
Die aktive Mitgliedschaft im Gremium ist Pflicht.
 
Jeder Mieter(innen) hat eine Stimme im Gremium. Wenn ein Mieter(innen) krankheitsbedingt nicht mehr in der Lage ist, eigenverantwortlich Entscheidungen zu treffen, übernimmt diese Aufgabe ein gesetzlicher Betreuer.
 
Der   Pflege-   und   Betreuungsdienst   kann   auf   Einladung an einzelnen Sitzungen ganz oder teilweise teilnehmen. Er hat eine beratende Funktion.
 
 Zu den Aufgabenbereichen des Gremiums gehören u.a.:
 
-   Auswahl neuer Mieter(innen)
-   Wahl der Dienstleister 
-   Verwaltung der Haushaltskasse
-   Gestaltung der äußeren und inneren Bedingungen
-   Vertretung der Wohngemeinschaft nach außen z. B. Behörden 
-   Hauswirtschaft, was wird eingekauft und gekocht
-   Alltagsgestaltung (die Gemeinschaft betreffend)
-   Gemeinschaftlicher Wohnraum z.B. die Gestaltung und deren Nutzung 
-   Gemeinsam notwendige Anschaffungen
Regelung des Zusammenlebens 

Betreuungs- und Pflegevertrag

 

Alle Dienstleistungsanbieter (Pflege, Betreuung, Hauswirtschaft etc.) sind frei wählbar und können unabhängig vom Mietvertrag gekündigt werden. Auch der Umfang der beauftragten Leistungen ist frei wählbar. Die Pflege- und Betreuungsdienste sind Gäste in der ambulant betreuten Wohngemeinschaft.

 

Ein möglicher Vorschlag für die Umsetzung:

Die hauswirtschaftliche Versorgung sowie die Betreuungsleistungen werden gemeinschaftlich durch das Gremium der Selbstbestimmung gewählt. Der Pflegevertrag ist individuell durch jeden Mieter abschließbar.

Die Abrechnung der Leistungen erfolgt mit den zuständigen Pflege- und Krankenkassen, dem Sozialamt oder dem Mieter(innen) selbst.

Eine 24-Stunden-Versorgung in der ambulant betreuten Wohngemeinschaft ist unumgänglich. Auch nachts wird eine Präsenzkraft anwesend sein. Für pflegerische Leistungen ist der frei wählbare Pflegedienst zuständig, der durch den Notruf des ambulanten Pflegedienstes sichergestellt ist.

An die Präsenzkräfte werden hohe Anforderungen gestellt, da ihre Rolle, ähnlich der einer 

 

 

Hausfrau und Mutter, eine hohe Aufgabenvielfalt beinhaltet. Abgesehen von der Begabung, einen 12-Personen-Haushalt zu führen, werden zusätzlich folgende Fähigkeiten erwartet:

·        Sie sieht sich als Mitglied der Gemeinschaft

·        Sie kann eine Atmosphäre der Gemeinschaft herstellen

·        Sie orientiert sich an der Biografie der jeweiligen Mieter(innen)

·        Sie hinterfragt ihr Handeln und reflektiert 

·        Sie gestaltet den Alltag mit dem Mieter(innen), nutzt und unterstützt die Ressourcen und Selbständigkeit der Mieter(innen)

·        Sie nimmt die Mieter(innen) ernst und reagiert angemessen auf herausforderndes Verhalten der Mieter(innen)

Schwerpunkt ihrer Arbeit ist das bewusste Herstellen einer Alltagsnormalität durch das Begleiten bei allen Tätigkeiten und Aktivitäten, die die Mieter(innen) früher gern durchgeführt haben.

Das Gremium erstellt zusammen mit der Präsenzkraft ein regelmäßiges Programm. Beispiele für kreative und bewegungsorientierte Angebote können sein: Tanz/- Grillabende, Schlager Singen, Aktuelle Stunden (Vorlesen aus der Tageszeitung/ Kommentieren von Nachrichten), „alte Schinken“- Film- und Fernsehstunde aus früheren Zeiten, „Archiv“ – Anekdoten aus früheren Zeiten, begleitet von Fotos und Büchern der Mieter(innen), „kulinarische Rundreise“-gemeinsamer Kochmittag, Nähen- und Handwerksnachmittag im Hinblick auf die jeweiligen Jahreszeiten (dies soll eine weitere zeitliche Orientierungshilfe darstellen), Spielenachmittage, Gartenarbeit, Gartengestaltung. 


Es gibt eine einfache Wahrheit: Wenn Sie an das glauben, was Sie tun, können Sie Großes erreichen. Das ist der Grund, warum Ihnen bei der Erreichung Ihres Zieles helfen möchten.

Unsere Philosophie  

 

Der Mensch ist ein soziales Wesen, der in Gemeinschaft lebt und der Kontakte pflegt, aber auch ein Bedürfnis nach Individualität hat. 

Starre Abläufe und Strukturen entsprechen nicht den menschlichen Bedürfnissen. Ausgenommen dabei sind tägliche Rituale, die dem Menschen Halt und Sicherheit geben. Dies gilt auch für Menschen mit eingeschränkter Alltagskompetenz. Diesen Bedürfnissen kommt das Leben in kleinen Senioren Wohngruppen, in denen weitgehend auf starre Rituale verzichtet wird, entgegen. 

Das Bedürfnis nach Individualität und Häuslichkeit muss unterstützt werden. 

Menschen mit eingeschränkter Alltagskompetenz brauchen eine Umgebung, die der altbekannten ziemlich ähnlich ist. Das Leben in einer Wohngemeinschaft kommt dem 

Familienleben und somit alten Gewohnheiten entgegen. Kleine Gruppen und gewohnte strukturierte Tagesabläufe geben Kontinuität, helfen bei der Orientierung und bieten 

Sicherheit. Dies wird unterstützt, indem jeder Mieter der Seniorengemeinschafft sein Zimmer individuell einrichten kann.